eigene TEXTE 

 

 

Ich halte VERLANGSAMUNG für eine Tugend !

Nicht immer, natürlich, aber in der Regel schon.

Sie greift im Alter. Denn die Jugend

unterscheidet sich, überwiegend, sehr davon :

 

Während wir in Jugendjahren immer gerne

und ohne feines Wählen schmachten,

schwärmen und stets das greifbar Gute nahe liegt,

erstreben wir das, älter werdend, in vernünftiger Ferne...

 

Wie dumm eigentlich. Wer gibt denn vor, was gilt ?

Wer weiß genau was ratsam ist und ehrlich wär`?

Wo sitzt der Knopf, den zu bedienen jeder schillt,

der weiß, wie Verzehren ist : nämlich durchaus qualvoll-schwer ?!

 

Nun, eben dort muss die Verlangsamung uns stützen :

sie dehnt die notgedrung`ne Zeit zur Übung aus !

Warten ist zwar furchtbar, Geduld jedoch von größtem Nützen

und unser Selbst entfaltet sich daraus...

 

Erst wenn wir mit dem Schleudern enden

und allen Mut uns selbst zuführen,

erleben wir die eigene Größe

und halten unsere Möglichkeit in Händen !

 

VERLANGSAMUNG ist eine Tugend :

Sie stabilisiert uns, gibt uns Kraft.

Sie führt uns ganz in uns hinein.

Wir werden frisch wie in der Jugend ...

Und : so soll es doch auch sein !

 

April 2012